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Fehlerfreie Publikationen erstellen – 5 Tipps für den richtigen Umgang mit Lektoren

7. Februar 2016 | Autor: christiane maack | Kategorie: Strategische Kommunikationsmaterialien

In den letzten zehn Jahren haben wir zahlreiche Publikationen für Kunden erstellt, vom Plakat über den doppelseitigen Flyer bis hin zu mehrseitigen Newslettern, umfangreichen Broschüren und Berichten. Dabei haben wir mit unterschiedlichen Lektoren zusammengearbeitet, was sich immer als ebenso notwendig wie sinnvoll erwiesen hat.

Einerseits findet man selbst nach mehrfachem Lesen kaum noch Fehler, andererseits fehlen einem die professionelle Erfahrung und Schnelligkeit eines professionellen Lektors. Im Gegensatz zum Korrektor, der Texte in Bezug auf Orthografie, Grammatik, Interpunktion und Typografie überprüft, geht ein Lektor einen Schritt weiter. Der Lektor achtet beispielsweise auf innere Logik des Texts, berücksichtigt die Art der Publikation und die Zielgruppe und macht entsprechend auch stilistische Vorschläge. Unsere Tipps für die erfolgreiche Zusammenarbeit mit Lektoren stellen wir Ihnen heute vor.

1. Lektor ist nicht gleich Lektor

Zunächst einmal würde man annehmen, dass Lektoren sich nicht besonders unterscheiden. Sie achten auf Orthographie, Grammatik und Ausdruck. Das Gegenteil aber ist der Fall, denn Lektoren haben, wie alle Menschen, ihre individuellen Stärken und Schwächen. Einige lektorieren stilistisch konventioneller als andere. Je nach Publikation und Kunde kann dies gewünscht oder weniger gewünscht sein. Einige haben viel Erfahrung mit klassischer Unternehmensberichterstattung, andere weniger. Einige achten beim Lektorieren auch auf den Textsatz, um Witwen und Waisen zu vermeiden oder beheben, andere nicht. Diese Aspekte sollten Sie bedenken, wenn Sie für Ihre Publikationen den passenden Lektor auswählen.

2. Realistische Timings vereinbaren

Als Kommunikationsdienstleister steckt man oft in der misslichen Lage, dem Kunden helfen zu wollen, seine enge Deadline einzuhalten. Speziell bei Publikationen, die aufgrund vieler Zahlen extreme Genauigkeit auf allen Seiten – Text, Grafik, Lektorat und Projektmanagement – erfordern, ist dies eine große Herausforderung. Wir haben uns angewöhnt, offen mit dem Lektor zu diskutieren, wieviel Zeit für das Lektorieren erforderlich ist, unabhängig von der Deadline des Kunden. Wenn deutlich mehr Zeit gebraucht wird als zur Verfügung steht, versuchen wir mit dem Kunden eine spätere, realistischere Deadline zu vereinbaren. Denn, aus Erfahrung wissen wir, dass es nichts bringt auf Kosten des Lektorats Deadlines einhalten zu wollen. Häufig kommt es unter Zeitdruck zu Fehlern, die erst nach dem Druck bemerkt werden und dann ein echtes Problem darstellen. Achten Sie deshalb auch auf realistische Timings, wenn Sie selbst eine Publikation erstellen.

3. Informieren Sie den Lektor über unternehmenseigene Schreibweisen

Jedes Unternehmen oder jede Organisation hat zum Teil unabhängig von der orthographischen Richtigkeit eigene Schreibweisen für bestimmte Begriffe. Dies kann zum Beispiel die orthographisch unbekannte aber trotzdem beliebte Form der substantivischen Zusammensetzung mit Großbuchstaben oder Leerzeichen sein, zum Beispiel heißt es dann statt „Bezahlapp“ oder „Bezahl-App“ einfach „BezahlApp“ oder „Bezahl App“. Oft sind es auch Marken- oder Produktnamen, die in Großbuchstaben geschrieben werden, das heißt „MARKE“ statt „Marke“. Den Lektor vorab über solche Regeln zu informieren, hilft auch, um selbst hinterher weniger Arbeit zu haben.

4. Auch Lektoren machen Fehler

Zunächst einmal vorab: auch ein Lektor übersieht Fehler. Es ist deshalb notwendig, selbst immer wachsam zu bleiben und die Verantwortung nicht innerlich auf den Lektor abzuschieben. Zudem ist es ratsam, alle Änderungsvorschläge des Lektors – das heißt nicht nur die stilistischen, die ohnehin geprüft und diskutiert werden – anzuschauen, bevor sie an den Grafiker gehen, der diese umsetzt. So können „reinkorrigierte Fehler“ vermieden werden, die zum Beispiel unternehmenseigene Schreibweisen betreffen. Im Nachgang sollten alle übernommenen Änderungen in dem neuen Dokument „abgehakelt“ werden. Das heißt jede einzelne Änderung sollte mit dem lektorierten Dokument verglichen und ein kleiner Haken bei der umgesetzten Änderung gesetzt werden. Bei größeren Dokumenten mit sehr vielen Änderungen ist es hilfreich, wenn die Kontrolle nach dem Vier-Augen-Prinzip erfolgt, und eine zweite Person die Änderungen überprüft.

5. Geben Sie Feedback

Selbstverständlich geben Sie Feedback. Dem Grafiker, dem Texter, der Druckerei, dem Kunden. Beim Lektor hingegen ist die Zusammenarbeit oft nach Übersendung des lektorierten Dokuments beendet. Dabei hat es sich für uns als sehr hilfreich herausgestellt, dem Lektor ebenfalls kurz Feedback zu geben. Welche Formulierungsvorschläge wurden übernommen, welche teilweise, welche nicht? Welche grammatikalischen und orthographischen Änderungen wurden übernommen, welche teilweise, welche nicht? Dabei ist es nicht wichtig, jede einzelne Änderung durchzugehen, sondern dem Lektor bei entscheidenden Punkten zu erklären, warum manche Vorschläge funktioniert haben und andere nicht. Das Feedback hilft beiden Seiten, bei der nächsten Publikation fokussierter und effizienter zusammenzuarbeiten.

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Wir wünschen Ihnen viel Erfolg bei der Zusammenarbeit mit einem Lektor. Falls Sie dabei Unterstützung benötigen, stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.


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Auf unserem Blog finden Sie regelmäßig Wissenswertes sowie Tipps und Tricks rund um die Themen Medien- und Öffentlichkeitsarbeit, politische Kommunikation sowie strategische Kommunikationsmaterialien. Und zwischendurch gibt es Neuigkeiten aus der Agentur. Viel Spaß beim Lesen!

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